Rindenmulch – Wie du es richtig im Garten einsetzt

Rindenmulch ist ein praktisches Mittel um die Erde in deinem Garten mit gesunder Erde zu versorgen und ihn feucht zu halten. Hinzu kommt auch noch, dass Rindenmulch super gegen Unkraut wirkt. Allerdings gibt es ein paar Dinge du ´beachten musst, damit du den Pflanzen in deinem Garten nicht ausversehen schadest.

Rindenmulch ist ein praktisches Gemisch aus allerlei Rindenabfällen die zum Beispiel bei Holzfabriken abfallen. Das sind also meistens die zerhäckselten Überreste der Rinde von Kiefern oder Fichten. Das tolle dabei: Rindenmulch ist meistens frei von jeglicher Art von Chemikalien. Wer möchte kann sich sein Rindenmulch sogar eingefärbt besorgen. Aber keine Angst: Die naturfreundlichen Farben werden deinem Garten nicht schaden. Von Natur aus gibt es Rindenmulch oft in einem wunderschönen, rostroten bis braunen Farbton, während gefärbte Varianten meisten gelb rot oder blau abdecken.

Dabei sieht Rindenmulch nicht nur gut aus, es schützt auch deinen Gartenboden. Wäre dieser normalerweise Wind und Wetter ausgeliefert, oder würde im Sommer Gefahr laufen auszutrocknen schützt das Mulch hier davor. Auch gegen Regen und die daraus folgende verschlammung oder erosion hilft Mulch hervorragend.

Wie funktioniert Rindenmulch

Eine Oberfläche aus Rindenmulch schützt den Boden in vielerlei Hinsicht. Durch die Abdeckung mit gehackter Rinde erwärmt sich die Erde bei Sonneneinstrahlung nicht so stark, sodass weniger Wasser durch Verdunstung verloren geht. Dadurch verbleibt mehr Wasser im Boden und kann von Pflanzen genutzt werden, wodurch der Wasserverbrauch im Garten deutlich reduziert wird. Zudem verhindert der Rindenmulch ein schnelles Einfrieren im Winter und schützt den Boden vor Erosion, da die Erde Regen und Wind nicht mehr direkt ausgesetzt ist. Für Unkrautsamen ist es schwierig, einen festen Punkt im rauen Rindenblock zu finden, und unerwünschte Pflanzen können den dicken Mulch nur von oben und unten durchdringen, was sehr schwierig ist. Besonders hervorzuheben ist hier der Mulch aus Kiefernrinde, der sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass ihr hoher Gehalt an Tanninen das Wachstum von Unkräutern hemmen kann.

Rindenmulch ist aber dazu zusätzlich noch bodenaktivierend: Durch den natürlichen Zerfall von Zellulose erfolgt je nach Partikelgröße und Nährstoffangebot im Boden eine schnelle oder langsame anreicherung vom Boden. Außerdem verwandelt der Rindenmulch sich nach und nach in Humus, wodurch der Boden darunter verbessert wird. Gut zu wissen, dass Bodenorganismen für den Abbau und die Nutzung von Rindenmulch viele Nährstoffe benötigen – auch den Stickstoff, den sie dem Boden entziehen, was zeitweise zu einem Stickstoffmangel im Mulchbett führt – der sogenannten Stickstofffixierung. Zudem fühlen sich nicht nur Nützlinge im schützenden Umfeld des Belages wohl, sondern Schnecken nutzen leider auch gerne lose, grob gelochte Böden als Unterschlupf.

Rindenmulch richtig anwenden

Warum also nicht einfach überall Rindenmulch ausstreuen?

Gerne mal wird Rindenmulch als wortwörtliches Allheilmittel für den Garten dagestellt. Klar, Rindenmulch birgt viele besondere Vorteile und kann oft eine Menge arbeit sparen. Aber funktioniert Der Mulch für alle Pflanzen gleich? Hier heisst die Antwort ganz klar: Nein! Viele Pflanzen kommen mit der säurehaltigen und extrem nährstoffangereicherten Erde nicht sonderlich gut aus. Das gilt vor allem für einen traditionellen Gartenklassiker: Rosen. Diese sollte man am besten sogar komplett frei von jeglicher Art von Rindengemisch halten. Generell gilt: Je härter die Umgebung ist, die die Pflanze normalerweise gewöhnt wäre, desto schlechter wird es ihr mit dem Rindenmulch gehen. Man kann das ganze wie eine Überdosis von etwas gutem sehen.

Somit sollte man mit jeglichen Steingarten oder Präriepflanzen einen großen Bogen um Rindenmulch machen. Das gilt auch für einen anderen Gartenliebling, vor allem wenn du koch interessiert bist: Mediterrane Kräuter. Also weg mit dem Mulch vom Rosmarin, Basilikum oder Thymian. Die Pflanzen werden auch so gut wachsen. Diese Pflanzen bevorzugen ein Bett aus mineralischem Gestein, wie zum Beispiel Kies.

So klappts:

Es gibt aber auch Pflanzen, die Rindenmulch absolut lieben und dann erst richtig aufgehen werden: Vor allem diejenigen, die aus sauren Umgebungen das meiste Ziehen können, dass sind meistens auch Pflanzen, die in einem Wald so richtig aufgehen würden. Diese Pflanzen lieben Rindenmulch, da dieses ihnen die natürliche Schutzschicht aus Laub und anderem Streu, die sie in der Natur finden würden, ersetzt. Aber Vorsicht, das gilt nicht für Jungpflanzen. Diese können noch nicht mit dem Säurehaltigen Umfeld umgehen, weswegen es sich empfiehlt erst bis zum vollen Wachstum zu warten

Alternativen

Als Mulchmaterial für Schattenbeete eignen sich neben Rindenmulch auch trockener Rasenschnitt sowie gehäckselter Strauchschnitt oder auch einfaches Laub. Aber diese eher lockeren Materialien dringen leicht in den Boden ein und zersetzen sich schnell. Aus diesem Grund muss es alle vier Wochen aufgefüllt werden. Alternativ können auch Holzspäne oder Sägemehl zum Mulchen verwendet werden. Aufgrund ihrer feineren Partikel werden sie jedoch leicht weggeblasen. Kies oder Schutt sind ideal für dauerhaftes Mulchen, um Erosion zu verhindern. Das Bedecken mit Steinen verbessert jedoch die Eigenschaften des Bodens nicht. Beläge aus gehacktem Holz eignen sich für Wege und Steigungen, da sie besonders rutschfest sind und sich nur langsam zersetzen.

Eine weitere Alternative kann zum Beispiel Rindenkompost sein. Das ist meist fermentierter Rindenmulch, der zeitweise auch mit Blumenerde gemischt wird. Im Handel wird dieses Produkt auch gerne mal als Rindenhumus verkauft. Wie oben erwähnt, ist hochwertige grob geschnittene Rinde sehr langlebig. Ihre Zersetzung bindet jedoch Stickstoff, weshalb sie für Setzlinge und empfindlichere Pflanzen nicht geeignet sind. Wer trotzdem nicht auf einen Mulch aus Rinde verzichten möchte, kann in diesem Fall auf feinkörnigen Rindenkompost zurückgreifen. Die teilweise zersetzte Rinde bindet nämlich weniger Stickstoff. Deshalb ist es um einiges pflanzenschonender als Mulch und hat eine Konsistenz ähnlich der von grober Erde. Rindenhumus zersetzt sich allerdings leider deutlich schneller als Rindenmulch und muss daher öfter nachgekauft werden, ist aber aufgrund der besseren Nährstoffverfügbarkeit ein guter Ersatz, vor allem für empfindliche Bepflanzung. Es kann auch als Bestandteil von hausgemachten torffreien Nährmedien verwendet werden.